Imagefilm oder Recruiting-Video: welches Format passt zu welchem Ziel?
Die meisten Unternehmen fragen nach einem Video. Die bessere Frage lautet: Was soll nach dem Ansehen passieren? Eine Anfrage, eine Bewerbung, ein Abschluss. Daraus ergibt sich das Format, nicht umgekehrt. Dieser Ratgeber vergleicht die gängigen Formate nach Zielgruppe, Länge, Einsatzort und Preis und zeigt, welche Kombinationen aus einem einzigen Drehtag entstehen.
Die Formate im Überblick
Die genannten Beträge sind Einstiegs-Richtwerte für einen Drehtag im Rhein-Main-Gebiet, inklusive Konzept, Schnitt, Farbkorrektur, Musiklizenz und allen Formaten. Verbindlich ist immer der Festpreis in Ihrem Angebot, die vollständige Übersicht steht unter Preise und Pakete.
Imagefilm und Unternehmensfilm, ab 3.700 €
Zielgruppe: Kunden, Partner, Einkäufer. Ziel: Vertrauen aufbauen, bevor das erste Gespräch stattfindet. Länge: 60 bis 120 Sekunden, auf Wunsch eine längere Fassung. Einsatz: Startseite, Vertriebsmail, Messe, Präsentation. Der Film, den Sie zeigen, wenn jemand wissen will, wofür Ihr Unternehmen steht.
Recruiting-Video, auf Anfrage
Zielgruppe: Bewerber. Ziel: mehr und passendere Bewerbungen. Länge: 60 bis 90 Sekunden plus Kurzfassung für Stellenanzeigen. Einsatz: Karriereseite, Jobbörsen, LinkedIn, Ausbildungsmessen. Zeigt Arbeitsalltag, Team und Ton im Haus, nicht Leistung und Produkt.
Eventfilm und Aftermovie, auf Anfrage
Zielgruppe: Teilnehmer, Mitarbeiter, Kunden, die nicht dabei waren. Ziel: einen Moment festhalten und nachwirken lassen. Länge: Trailer bis drei Minuten plus kurze Clips. Einsatz: Rückblick, Newsletter, Einladung zur nächsten Veranstaltung, Messe.
Video Content Day, ab 2.490 €
Zielgruppe: Follower und Zielgruppe auf Social Media. Ziel: regelmäßig sichtbar bleiben. Länge: 6 bis 8 Clips à 15 bis 45 Sekunden. Einsatz: Instagram, LinkedIn, TikTok, Anzeigen. Breite statt Tiefe: viele Bausteine aus einem Tag.
Video-Podcast, auf Anfrage
Zielgruppe: Fachpublikum, bestehende Kontakte. Ziel: Fachwissen zeigen und über Monate präsent bleiben. Länge: volle Folge plus Ausschnitte im Hochformat. Einsatz: Website, YouTube, LinkedIn. Lohnt sich ab mehreren Folgen, nicht als Einzelstück.
Produktvideo und Werbespot, auf Anfrage
Zielgruppe: Interessenten kurz vor der Entscheidung. Ziel: ein Produkt erklären oder verkaufen. Länge: 20 bis 90 Sekunden, mehrere Schnittfassungen für Anzeigen. Einsatz: Produktseite, Handel, bezahlte Werbung. Höherer Aufwand bei Licht und Vorbereitung, deshalb preislich über dem Imagefilm.
In vier Fragen zum passenden Format
1. Wer soll den Film sehen?
Kunden führen zum Imagefilm oder Produktvideo. Bewerber führen zum Recruiting-Video. Beides gleichzeitig funktioniert selten in einem Film.
2. Was soll danach passieren?
Anfrage, Bewerbung, Kauf oder einfach Wiedererkennung. Je konkreter die Antwort, desto klarer das Format.
3. Wo läuft der Film?
Startseite und Messe brauchen Querformat und Ruhe. Social Media braucht Hochformat, Untertitel und einen starken Anfang in den ersten drei Sekunden.
4. Wie oft wollen Sie etwas veröffentlichen?
Einmal im Jahr ein starker Film oder alle zwei Wochen ein Clip. Das erste führt zum Imagefilm, das zweite zum Video Content Day.
Drei typische Fehlentscheidungen
Ein Film für alles
Der Versuch, Kunden und Bewerber gleichzeitig anzusprechen, führt zu einem Film, der für beide zu allgemein bleibt. Besser: ein Drehtag, zwei getrennte Schnittfassungen mit klarer Zielgruppe.
Zu lang für den Kanal
Ein Dreiminüter auf Instagram wird nicht zu Ende gesehen, ein Fünfzehnsekünder auf der Startseite erklärt nichts. Die Länge richtet sich nach dem Ort, nicht nach dem Inhalt.
Einmal drehen und zehn Jahre nutzen
Ein Imagefilm trägt drei bis vier Jahre. Social Content veraltet in Monaten. Wer regelmäßig sichtbar sein will, braucht keinen teureren Film, sondern einen zweiten Drehtag im Jahr.
Was sich aus einem Drehtag kombinieren lässt
Die meisten Unternehmen brauchen nicht mehrere Produktionen, sondern eine gute Planung des vorhandenen Drehtags. Drei Kombinationen, die in der Praxis funktionieren.
Imagefilm plus Social-Clips
Aus den Interviews und Alltagsaufnahmen entstehen neben dem Hauptfilm vier bis sechs Hochformat-Clips. Kein zusätzlicher Drehtag nötig.
Recruiting-Video plus Stellenanzeigen-Kurzfassung
Der Hauptfilm für die Karriereseite, eine 20-Sekunden-Fassung für Jobbörsen und Anzeigen. Gleiches Material, zwei Zielorte.
Eventfilm plus Kundenstimmen
Wenn ohnehin Kunden und Partner vor Ort sind, entstehen nebenbei Testimonials, die später im Vertrieb mehr leisten als der Aftermovie selbst.
Welches Format bei welcher Ausgangslage?
Sie finden keine Mitarbeiter
Recruiting-Video, danach Social-Clips mit Stimmen aus dem Team. Ein Imagefilm hilft hier kaum, weil er die falsche Zielgruppe anspricht. Wie der Drehtag im Haus abläuft, steht im Ratgeber zum Ablauf.
Ihr Produkt ist erklärungsbedürftig
Produktvideo oder Erklärfilm. Der Vertrieb spart sich die immer gleiche Erklärrunde, weil der Film vorab zum Termin geht.
Ihre Website wirkt veraltet
Imagefilm. Er trägt mehrere Jahre, hält Besucher länger auf der Seite und beantwortet die Frage, mit wem man es zu tun hat.
Eine Messe steht an
Messefilm mit Kundenstimmen und Clips noch während der Veranstaltung. Mehr dazu im Ratgeber zum Messefilm.
Ihre Kanäle sind seit Monaten still
Video Content Day. Ein Drehtag füllt die nächsten zwei bis drei Monate, statt einzelne Clips immer wieder neu zu organisieren.
Sie wollen als Fachleute wahrgenommen werden
Video-Podcast über mehrere Folgen, dazu Ausschnitte für LinkedIn. Zahlt sich erst ab einer Reihe aus, nicht bei einer einzelnen Folge.
Häufige Fragen zur Formatwahl
Was ist der Unterschied zwischen Imagefilm und Recruiting-Video?
Der Imagefilm richtet sich an Kunden und Partner und zeigt, wofür das Unternehmen steht. Das Recruiting-Video richtet sich an Bewerber und zeigt Arbeitsalltag, Team und Ton im Haus. Unterschiedliche Zielgruppe, unterschiedlicher Aufbau, deshalb selten derselbe Film.
Kann ein Film beide Zielgruppen ansprechen?
Nur mit Abstrichen. Besser ist ein Drehtag mit zwei getrennten Schnittfassungen: eine für Kunden, eine für Bewerber. Das kostet deutlich weniger als zwei Produktionen und wirkt bei beiden Gruppen gezielter.
Welches Format ist das günstigste für den Einstieg?
Der Video Content Day. An einem Drehtag entstehen sechs bis acht fertige Clips, gerechnet auf den einzelnen Clip ist das der niedrigste Preis. Für einen repräsentativen Hauptfilm ist der Imagefilm ab 3.700 Euro der richtige Einstieg.
Wie lange sollte ein Unternehmensvideo sein?
Auf der Startseite 60 bis 120 Sekunden, in Stellenanzeigen 20 bis 30 Sekunden, auf Social Media 15 bis 45 Sekunden, ein Aftermovie bis drei Minuten. Die Länge richtet sich nach dem Ort, an dem der Film läuft.
Wie lange hält ein Imagefilm?
In der Regel drei bis vier Jahre, solange sich Räume, Team und Leistungen nicht grundlegend ändern. Social Content veraltet deutlich schneller und sollte mehrmals im Jahr nachgelegt werden.
Lohnt sich ein Video für kleine Unternehmen?
Ja, wenn ein konkretes Ziel dahintersteht: offene Stellen, ein erklärungsbedürftiges Produkt oder eine Website ohne Wiedererkennung. Ohne klares Ziel entsteht ein schöner Film ohne Wirkung, unabhängig von der Unternehmensgröße.
Können wir mit einem Format starten und später erweitern?
Ja, das ist der übliche Weg. Meist beginnt es mit dem Imagefilm oder dem Recruiting-Video, danach kommen Social-Clips aus demselben Material und später ein zweiter Drehtag im Jahr dazu.
Unsicher, welches Format passt?
Im Erstgespräch kläre ich in 15 Minuten Ziel und Zielgruppe. Danach wissen Sie, welches Format passt und was es kostet.