Recruiting-Video drehen: der Ablauf im Unternehmen

Die häufigste Frage von Personalabteilungen ist nicht der Preis, sondern: Was kommt auf uns zu? Die kurze Antwort: ein Drehtag im Haus, rund 30 Minuten je Mitarbeiter, ein Ansprechpartner auf Ihrer Seite und eine Freigaberunde am Video. Dieser Ratgeber beschreibt jeden Schritt, von der Auswahl der Gesprächspartner bis zur Veröffentlichung in Stellenanzeigen. Was ein Recruiting-Video kostet, steht im Ratgeber zu den Kosten.

Der Ablauf in fünf Phasen

Phase 1: Erstgespräch, 15 Minuten

Welche Stellen sind offen, welche Zielgruppe soll sich bewerben, woran scheitert es bisher. Wichtig ist auch, wer intern mitentscheidet: HR allein oder HR plus Marketing plus Geschäftsführung. Danach steht fest, ob ein Drehtag reicht.

Phase 2: Konzept und Auswahl, etwa eine Woche

Ich lege fest, welche drei Aussagen der Film transportieren muss und wer dafür vor die Kamera gehört. Sie bekommen die Fragen vorab, damit niemand kalt erwischt wird. Zeitaufwand bei Ihnen: ein Telefonat und eine Rückmeldung per Mail.

Phase 3: Drehtag im Haus

Ich baue Licht und Ton auf, bevor der erste Gesprächspartner kommt. Jede Person ist etwa 30 Minuten gebunden. Parallel entstehen Aufnahmen vom Arbeitsalltag, dafür braucht es niemanden zusätzlich.

Phase 4: Rohschnitt nach sieben Tagen

Sie bekommen einen Link, in dem alle Beteiligten direkt am Video kommentieren. Die Rückmeldungen werden gesammelt und in einer Runde umgesetzt.

Phase 5: Auslieferung

Hauptfilm für die Karriereseite, Kurzfassung für Stellenanzeigen, Hochformat mit Untertiteln für LinkedIn und Instagram. Alles aus demselben Dreh, nicht einzeln berechnet.

Wer sollte vor die Kamera?

Nicht die Geschäftsführung allein und nicht die Person, die am besten reden kann. Entscheidend ist die Mischung, weil sich Bewerber mit jemandem vergleichen wollen, der dort steht, wo sie selbst anfangen würden.

01

Jemand aus der Ausbildung oder dem ersten Jahr

Beantwortet die Frage, wie der Einstieg wirklich läuft. Das ist für Berufseinsteiger der wichtigste Beitrag im ganzen Film.

02

Jemand mit einigen Jahren im Haus

Erklärt, warum er geblieben ist. Genau dieser Satz entscheidet bei Wechselwilligen.

03

Eine Führungskraft aus dem Team

Nicht als Grußwort, sondern mit einer konkreten Aussage zur Zusammenarbeit. Die Geschäftsführung kann, muss aber nicht auftauchen.

04

Zwei bis vier Personen an einem Drehtag

Mehr passt nicht in einen Tag, ohne dass die Gespräche gehetzt wirken. Im fertigen Film bleiben je Person meist 15 bis 30 Sekunden.

Wenn niemand vor die Kamera will

Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. In fast jedem Betrieb sagen beim ersten Aufruf alle ab. Drei Dinge helfen.

Nicht fragen, sondern vorschlagen

Eine offene Rundmail bringt selten Zusagen. Sprechen Sie zwei oder drei Personen direkt an und erklären Sie, warum gerade sie passen.

Fragen vorab zeigen

Die meiste Angst entsteht vor dem Unbekannten. Wer die Fragen zwei Tage vorher kennt, geht entspannter hinein.

Keine Texte auswendig lernen

Gedreht wird im Gespräch, in kurzen Sätzen, mit mehreren Anläufen. Niemand muss am Stück sprechen, und was nicht gut war, kommt nicht in den Film.

Wenn trotzdem niemand möchte, funktioniert der Film auch ohne sprechende Gesichter: Arbeitsalltag, Werkstatt, Büro, Produkt, dazu eine Sprecherstimme und Texteinblendungen. Das wirkt schwächer als echte Stimmen, aber deutlich besser als gar kein Film.

Datenschutz, Betriebsrat und Freigabe

01

Einwilligung jeder Person im Bild

Wer erkennbar zu sehen ist, unterschreibt vor dem Dreh eine Einwilligung zur Nutzung der Aufnahmen. Die Vorlage bringe ich mit, sie nennt Zweck, Kanäle und Dauer.

02

Freiwilligkeit

Die Teilnahme darf nicht angeordnet werden. Das ist nicht nur rechtlich sauber, es sieht man dem Film auch an.

03

Betriebsrat frühzeitig einbinden

Wo ein Betriebsrat besteht, informieren Sie ihn vor dem Drehtermin. In der Praxis reicht meist der Hinweis auf Freiwilligkeit und den geplanten Einsatzzweck.

04

Rohmaterial bleibt geschützt

Das Material bleibt bei mir, wird nicht weitergegeben und nur für Ihr Projekt verwendet. Für Drehs in Produktion oder Entwicklung unterschreibe ich eine Geheimhaltungsvereinbarung.

05

Wenn jemand später ausscheidet

Klären Sie vorab, wie Sie mit dem Film umgehen, wenn eine gezeigte Person das Unternehmen verlässt. Üblich ist, den Film weiterlaufen zu lassen und bei einer Aktualisierung neu zu schneiden. Das Rohmaterial bleibt archiviert.

06

Freigabe mit mehreren Abteilungen

HR, Marketing und Geschäftsführung kommentieren gemeinsam im selben Link am Video. Eine Person auf Ihrer Seite bündelt die Rückmeldungen, damit sich Wünsche nicht widersprechen.

Was Sie vor dem Drehtag vorbereiten

Der Aufwand auf Ihrer Seite ist gering, aber er entscheidet über den Drehtag.

Teilnehmer festlegen

Zwei bis vier Personen, je 30 Minuten im Kalender blocken.

Räume klären

Ein ruhiger Raum für Gespräche, Zugang zu Werkstatt, Büro oder Lager für die Alltagsaufnahmen.

Kleidung ansprechen

Normale Arbeitskleidung, keine feinen Streifenmuster, kein frisches Firmen-T-Shirt, das niemand sonst trägt.

Team informieren

Eine kurze Nachricht, dass gedreht wird. So wundert sich niemand und die Stimmung bleibt entspannt.

Nach der Auslieferung: wo der Film wirkt

Ein Recruiting-Video, das nur auf der Karriereseite liegt, wird kaum gesehen. Die Kurzfassungen gehören dorthin, wo Bewerber ohnehin unterwegs sind: in die Stellenanzeige bei den gängigen Jobbörsen, auf LinkedIn als Beitrag und als Anzeige, auf Instagram im Hochformat mit Untertiteln, auf Messen und Ausbildungsmessen auf dem Bildschirm am Stand. Deshalb liefere ich alle Formate mit, statt sie einzeln zu berechnen.

Häufige Fragen zum Ablauf

Wie lange sind unsere Mitarbeiter gebunden?

Etwa 30 Minuten je Person für das Gespräch. Die Aufnahmen vom Arbeitsalltag entstehen nebenher im laufenden Betrieb und binden niemanden zusätzlich. Insgesamt dauert ein Drehtag bis zu acht Stunden, Auf- und Abbau inklusive.

Muss der Betrieb für den Dreh stillstehen?

Nein. Gedreht wird im laufenden Betrieb. Nur für die Gespräche brauche ich einen ruhigen Raum, alles andere passiert um die Arbeit herum.

Was passiert, wenn jemand vor der Kamera blockiert?

Wir drehen in kurzen Sätzen mit mehreren Anläufen, nichts wird auswendig gelernt. Was nicht funktioniert, kommt nicht in den Film. Meist löst sich die Anspannung nach den ersten Minuten.

Brauchen wir eine schriftliche Einwilligung der Mitarbeiter?

Ja. Jede Person, die erkennbar im Film erscheint, unterschreibt vor dem Dreh eine Einwilligung mit Zweck, Kanälen und Dauer der Nutzung. Die Vorlage bringe ich mit.

Muss der Betriebsrat zustimmen?

Die Teilnahme ist freiwillig und wird einzeln eingewilligt. Wo ein Betriebsrat besteht, sollten Sie ihn trotzdem vorab informieren. In der Praxis reicht meist der Hinweis auf Freiwilligkeit und Einsatzzweck.

Wie läuft die Freigabe, wenn mehrere Abteilungen beteiligt sind?

Alle Beteiligten kommentieren im selben Link direkt am Video. Eine Person auf Ihrer Seite bündelt die Rückmeldungen, danach setze ich sie in einer Runde um. So bleibt der Zeitplan stabil.

Wie lange dauert es insgesamt?

Vom Erstgespräch bis zum fertigen Film etwa drei bis vier Wochen. Der Rohschnitt liegt sieben Tage nach dem Dreh bei Ihnen, danach hängt es davon ab, wie schnell Ihre Rückmeldung kommt.

Was passiert, wenn ein gezeigter Mitarbeiter kündigt?

Der Film kann weiterlaufen, solange die Einwilligung das abdeckt. Bei der nächsten Aktualisierung wird neu geschnitten. Das Rohmaterial bleibt archiviert, damit das ohne neuen Drehtag möglich ist.

Recruiting-Video für Ihr Unternehmen anfragen

Im Erstgespräch kläre ich in 15 Minuten, welche Stellen der Film unterstützen soll und wie der Drehtag bei Ihnen abläuft.

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